10 Jahre how2 AG: Eine typische Startup-Story? Vielleicht…

Eine Geschichte über Beinahe-Pleiten, Millionen-Angebote und Durchhaltewillen

Drei Firmennamen, eine Geschichte: Los ging es 2007 als VJ-Projekt.com GbR 2007. Als infotainweb AG wurden wir beinahe von einem großen deutschen Verlag gekauft und heute als how2 AG, begleiten wir als Agentur für Video Content Marketing bekannte Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Transformation. Nicht ohne Stolz können wir sagen, dass wir nicht nur die Finanzkrise überstanden, sondern auch nach diversen weiteren Niederlagen wieder aufgestanden sind. Das Erfolgsrezept eines Startups? Unternehmer brauchen Durchhaltewillen, denn es kommt immer anders. Oder wie Mike Tyson es ausdrückt: „Everyone has a plan, until they get punched in the mouth.” Die Kunst ist es, dann weiterzumachen. Doch lesen Sie selbst die Story der how2 AG.

Teil 1: 2007 – 2008

Die how2 AG heute

2017 feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Wir, das sind knapp 20 fest angestellte Mitarbeiter und ein Kern von rund 30 freien Mitarbeitern, die uns immer wieder unterstützen. Heute sind wir Agentur und Produktionsfirma und begleiten viele bekannte Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Transformation. Wir arbeiten im how2 LAB am Erklärvideo der Zukunft und wollen gemeinsam mit Kunden in die Virtual Reality eintauchen.

Vor zehn Jahren hatten wir ganz andere Pläne

Es beginnt, als ich bei ProSiebenSat.1 mein Volontariat als Videojournalist absolviere. Ich darf unter anderem auch einen Monat bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung verbringen. Eines Tages läuft ein fluchender Print-Redakteur an mir vorbei: „Jetzt wollen die uns auch noch zwingen, Videos zu drehen!“. Ich denke mir gleich, das könnten doch andere übernehmen. Am Abend rufe ich meinen guten Freund Max Jörg an. Ihn hatte ich an der Bayerischen Akademie für Fernsehen kennen gelernt. Max arbeitet mittlerweile beim Südwestrundfunk (SWR) als Kreativer für die TV-, Radio- und Internetangebote. „Max, wir müssen was machen! Als Videojournalisten Filme für Verlage drehen.“

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Stefan Huber und Max Jörg im Januar 2007

Gesagt, getan: Wir starten als VJ-Projekt.com GbR

So gründen wir am 11. Januar 2007 die VJ-Project.com GbR und die Suche nach ersten Büroräumen beginnt. Nach kurzem Aufenthalt in der Lilienthalallee in München finden wir für mehrere Jahre Unterschlupf und Support im b-neun Media & Technology Center in Unterföhring.

Die ersten Aufträge kommen auch prompt mit FOCUS Online! Wir arbeiten als VJ´s für einige Verlage und TV-Sender, drehen bundesweit kurze Clips und statten die Redaktionen mit individuellen Beiträgen aus. Doch der Markt für Videocontent im Internet steckt noch in den Kinderschuhen, die finanziellen Mittel bei den Auftraggebern sind noch sehr beschränkt und für uns stellt sich schnell die Frage: Wie kann man nun ein skalierbares Geschäftsmodell entwickeln? Gemeinsam mit Olin Jörg, Vater von Max und renommierter Wirtschaftsanwalt und Marc Stäheli, Finanzexperte und guter Freund von mir, entwickeln wir die Idee eines digitalen Marktplatzes für Video-Content.

Der Weg zur infotainweb AG

Der erste Businessplan wird geschrieben und das erste Kapital wird von Freunden und der Familie zur Verfügung gestellt. Wir lassen den Marktplatz von einer Firma aus der Schweiz programmieren. Dies zu einer Zeit, in der der Euro noch „Teuro“ hieß und man sich solche Dienstleistungen in der Schweiz noch leisten konnte. Es geht schnell, im Juni firmieren wir um in infotainweb AG, denn es geht um mehr als einzelne VJ-Beiträge. Wir haben großes vor – Redaktionen finden nun bei uns ein breites Themenfeld an Inhalten von Politik über Sport bis Boulevard.

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Unser erster Businessplan für den digitalen Marktplatz

Eröffnung unseres Video-Content Portals

Der Marktplatz geht im September 2007 an den Start. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung aus 2007:

Ob Boulevard-Thema oder Service-Stück: Ab dem 17. September 2007 startet mit www.infotainweb.com ein virtueller Marktplatz für Video-Content, auf dem professionelle Anbieter Rohmaterial und Beiträge einstellen und Kunden dieses kaufen können. Das neue Portal spricht primär Online-Portale, aber auch Fernsehsender und IPTV-Anbieter an. Rohmaterial und Beiträge kosten je nach Größe des Portals oder des Senders zwischen 50 und 200 Euro.“

Der Fahrplan stimmt. Mit Christoph Hirschmann gewinnen wir einen erfahrenen Top-Manager, der unter anderem Geschäftsführer bei Melitta und Vorstand bei Europcar war. Er kommt als CEO und wir gewinnen diverse bekannte Medienhäuser als Partner:

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Auszug aus dem Businessplan: Bekannte Medienhäuser registrieren sich als Kunde und Lieferanten.

Das Millionen-Angebot ist zum Greifen nah

Und es kommt noch besser. Zwei bekannte deutsche Medienhäuser haben Interesse, sich zu beteiligen, aber nur mit einem Interessenten gehen wir in die nächste Runde. Sicherlich ein Fehler, denn aus heutiger Sicht hätten wir uns bis zum Schluss alle Optionen offen halten sollen. Auf jeden Fall macht uns das Medienhaus ein konkretes Angebot, nachdem der Due Diligence erfolgreich absolviert wird. Die Verhandlungen ziehen sich über Monate und dann brechen stürmische Zeiten an.

Doch dann kommt alles anders

Am 15. September 2008 meldet die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an und stürzt die Welt in die schwerste Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren. Und wir mitten drin. Wir hören plötzlich nichts mehr vom Medienhaus, das uns ein Angebot gemacht hat. Stattdessen kommt am 17. Dezember 2008 der Anruf aus dem Vorstand des Medienhauses: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir das Angebot zurückziehen.“ Am 18. Dezember versuchen wir unser Glück nochmal beim anderen Medienhaus, dem WIR abgesagt hatten. Nur logisch, dass die kein Interesse mehr haben.

Ohne Finanzierung in Wachstum und ohne die Möglichkeiten dringende Investitionen zu tätigen hat unser digitaler Marktplatz keine Chance mehr. Wir stecken fest und müssen uns ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigen, Insolvenz anzumelden. Unseren Mitarbeitern müssen wir mitteilen, dass wir nicht mehr weiter mit ihnen zusammenarbeiten können, und das wenige Tage vor Weihnachten! Was für ein Horror. Wie sagte Mike Tyson? „Everyone has a plan, until they get punched in the mouth.” Die Folgen? K.O. gehen oder aufrappeln und weiter kämpfen! Mehr in Runde zwei.

Erfahren Sie, wie es weitergeht: Teil 2 der Firmenstory in Kürze hier im how2 Blog! Über die neusten Beiträge informieren wir Sie auch auf Facebook und Twitter. Jetzt folgen und keine News mehr verpassen!

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