Stell dir vor, du überlebst Auschwitz und keinen interessiert’s…

Unter diesem Leitmotiv arbeitet die gemeinnützige Organisation RomAnity unterstützt vom NS-Dokumentationszentrum München den Holocaust an Sinti und Roma auf – in einem digitalen und interaktiven Projekt. how2 unterstützt das Projekt mit vier Video-Animationen, die versuchen, den Schrecken in Bildern zu skizzieren. Am 2.8.2022 fand anlässlich des internationalen Gedenktags des Holocausts an Sinti und Roma eine Veranstaltung im NS-Dokuzentrum statt, bei der auch die Filme präsentiert wurden.

Die vier Videoanimationen von how2 sind Teil dieser Website zur Geschichte der Sinti und Roma in München und erzählen die persönlichen Geschichten von Überlebenden. „Wir sind froh, unsere Video-Expertise für diesen Zweck einsetzen zu dürfen. Für das Team war es ein besonderes Herzprojekt in den letzten Monaten.“, erklärt Max Jörg, CEO von how2. 

Skizzierte bilder eines Albtraums

Das Kreativ-Team um Viviane Clarin (Redaktion), Björn Maier (Illustration) sowie Werner Eberle und Marcel Höpfinger (Animation) erwecken die Erlebnisse der Überlebenden neu zum Leben in einer eigens dafür kreierten Bildsprache. Björn Maier entwickelte einen einfachen und doch kunstvollen Zeichenstil mit Aquarell-Optik. Die animierten Handzeichnungen reihen sich aneinander wie skizzierte Traumbilder, mal ganz konkret, mal schemenhaft – nah genug, um den Horror zu verdeutlichen, und doch so abstrakt, dass die Videos auch für junge Zuschauer geeignet sind. “Diese Videos bleiben im Gedächtnis und werden geteilt. Das verschafft dem vergessenen Holocaust an Sinti und Roma öffentliche Aufmerksamkeit wie kaum etwas anderes. Darüber bin ich sehr froh”, betont Radoslav Ganev, Gründer von RomAnity.

Gesprochen werden die Texte von den Nachfahren der Auschwitz-Überlebenden: Hugo Höllenreiner (Enkel des Überlebenden Hugo Höllenreiner) und Jetro Mettbach (Enkel der Überlebenden Rosa Mettbach). Das holt die Geschichten nochmal näher in unsere Lebenswelt hinein und macht sie greifbar für heutige Generationen. “Mir war es sehr wichtig, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen. Viel zu lange wurde immer nur über Sinti und Roma gesprochen, anstatt sie selbst sprechen zu lassen. Es sind ihre Geschichten.”, erklärt Ganev.

Die Videos erzählen von den Familien Höllenreiner und Mettbach: Rosa Mettbach wurde in Wien geboren und lebte später mit ihrem Mann in München, die Cousins Hugo und Mano Höllenreiner wuchsen in den 1930er Jahren in München Giesing bzw. in der Au auf. Dort, wo die Jungen früher auf ihrem Weg zum Baden an der Isar entlang spazierten, sitzt heute die Videoagentur how2, die die Videoanimationen gemacht hat. Die örtliche Nähe zu den Schauplätzen der Geschichten, machten die Erlebnisse der Überlebenden für das Produktionsteam noch greifbarer. Und auch der Austausch mit den Enkeln der Überlebenden bei den Studioaufnahmen erlaubte den Kreativen die Persönlichkeiten hinter den Geschichten besser verstehen zu lernen.

 

Roma und Sinti in München – der vergessene VölkermorD

Die Website und die App informieren im interaktiven Scrollytelling-Format mithilfe der Videoanimationen, Interview-Videos sowie Texten und Bildern über die Geschichte der Münchner Sinti und Roma im 20. Jahrhundert. Rund 500.000 Sinti und Roma fielen der NS-Zeit zum Opfer und dennoch ist das Genozid in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Noch weniger bekannt ist, dass der Holocaust erst in den 80er Jahren als solcher anerkannt wurde. Die Opfer klagten sich mit ihren Entschädigungsanträgen über Jahrzehnte hinweg bis zum Bundesgerichtshof und gingen dabei häufig noch leer aus.

 

Die Website erzählt also nicht nur die Geschichte eines Genozids während der NS-Zeit, sondern auch die Geschichte der systematischen Diskriminierung einer Münchner Bevölkerungsgruppe, die weit vor dem Holocaust begann und noch lange Zeit danach besteht. Die Homepage richtet sich dabei insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene, um das traurige Vermächtnis der Überlebenden auch an die nächsten Generationen weiterzugeben.

 

GEMEINSAM ERINNERN - ABENDVERANSTALTUNG IM NS-DOKUZENTRUM MÜNCHEN

how2 roma und sinti videos
Die Videoanimationen von how2 werden dem Publikum präsentiert
how2 romanity team
RomAnity-Gründer Radoslav Ganev (li.) mit dem Produktions-Team der Videos (how2)
Musikalische Begleitung von Perli Petermann & Pippa Meinhard

Am 2. August 2022 trafen sich alle gemeinsam bei der Gedenkfeier im NS-Dokumentationszentrum in München: Angehörige von Überlebenden, die Organisatoren des Projekts von RomAnity, Sponsoren, das Produktionsteam von how2, sowie viele interessierte Münchnerinnen und Münchner. Es war eine Veranstaltung des Erinnerns, Mahnens und Gedenkens – aber auch des Austauschs und Kennenlernens. Begleitet wurde der Abend musikalisch von Vanessa “Puppa” Meinhard und Perli Petermann, Nachfahren von Galo Petermann, der mit 16 Jahren Auschwitz überlebte. 

 

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