Die Unberechenbaren – Eine animierte Sitcom für die Hochschule RheinMain

Mathematik und Humor – passt das überhaupt zusammen? Die Hochschule RheinMain zeigt, dass es wunderbar funktioniert! Sie beauftragte uns mit der Produktion einer animierten Mini-Serie (Gesamtumfang 75 Minuten), die auf unterhaltsame Weise an mathematische Themen heranführt. Das Ergebnis: eine moderne Lern-Sitcom im Animationsstil, die in E-Learnings und verschiedenen Kommunikationskanälen der Hochschule zum Einsatz kommt. 

„Die Unberechenbaren“: Eine WG voller Wissenschaft

Im Mittelpunkt der Serie steht eine fiktive WG in Wiesbaden, bewohnt von fünf Studierenden der Hochschule RheinMain aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen. Naomi, Christian, Valentin, Vanessa und Carlos erleben typische Situationen aus dem Studentenleben – von WG-Chaos über peinliche Elterntreffen bis zu Küchenphilosophien um Mitternacht. 
Was die Geschichten besonders macht: Immer wieder führen diese Alltagsmomente auf ganz natürliche Weise zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Fragen.  

Die Drehbücher wurden initial von der Hochschule RheinMain zur Verfügung gestellt und durch how2 dramaturgisch überarbeitet und als Dialogbüchern adaptiert. Jede Folge verbindet humorvolle Dialoge mit kurzen, anschaulichen Animationen, die wissenschaftliche Konzepte visuell erklären. So wird aus einem WG-Missverständnis plötzlich ein Einstieg in Wahrscheinlichkeitsrechnung – oder aus einem Haushaltsproblem ein Beispiel für lineare Gleichungen. 

Sitcom trifft Infografik

Ziel war es, die Serie unterhaltsam und visuell klar zu gestalten. Für die Sitcom-Szenen entschieden wir uns für einen Motion GraphicsAnimationsstil mit lebendigen Farben, sympathischen Charakteren und liebevoll gestalteten WG-Räumen. 
Die erklärenden Sequenzen wurden bewusst reduziert gehalten: einfache Formen, Icons, Graphen und Formeln, die den Sachverhalt präzise visualisieren. So wechseln sich Story und Wissensvermittlung harmonisch miteinander ab. 

Veranschaulichung der Lotka-Volterra-Regel anhand der Populationsanzahl von Halsbandsittichen und Wanderfalken

Von der Idee zur Animation

Gemeinsam mit dem Team der Hochschule RheinMain erstellten wir, basierend auf den von der Hochschule entwickelten Personas, die visuelle Erscheinung der Charaktere passgenau für das Animationsformat. Nach dem Kick-off folgten das filmische Konzept, Storyboards und schließlich die Produktion der Episoden – inklusive Illustration, Animation, Vertonung und Sounddesign. 

Ein Beispiel: In einer Szene muss Valentin ein unangenehmes Gespräch mit Vanessa führen, nachdem er sie als seine Freundin ausgegeben hat. Eine klassische Sitcom-Situation – mit Mimik, Körpersprache und Timing auf den Punkt animiert. Solche Szenen bringen Leben in die WG und schaffen Identifikationsmomente, bevor der nächste mathematische Aha-Effekt folgt. 

Ein unangenehmes Gespräch: Vanessa, Valentin und Carlos in der WG-Küche

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Kooperation mit der Hochschule war eng und kreativ: Fachliche Präzision auf der einen Seite, erzählerische Freiheit auf der anderen. So konnten wir sicherstellen, dass die didaktischen Elemente funktionieren, ohne dass Humor eingebüßt wird. Abstimmungen, Feedbackrunden und regelmäßige Reviews sorgten dafür, dass die Serie sowohl pädagogisch fundiert als auch unterhaltsam bleibt. 

Fazit: Unterhaltung mit Mehrwert

Die WG auf einem gemeinsamen Roadtrip in den Semesterferien

Mit der animierten Mini-Serie ist es gelungen, Wissenschaft auf eine neue Art erlebbar zu machen – leicht, visuell und mit Augenzwinkern. 
Was sonst trocken erscheint, wird hier Teil einer sympathischen WG-Geschichte, in der mathematische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge plötzlich selbstverständlich und nachvollziehbar sind. 

Das Projekt zeigt: Wissenschaftskommunikation darf Spaß machen. Und wenn Studierende oder Schüler:innen beim Zuschauen lachen und etwas lernen, dann ist das wohl der schönste Beweis dafür.