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  • Die Krux mit den Musikrechten für Videos – und wie Sie sie lösen
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14.04
2020

Musikrechte für Videos verstehen

Von GEMA-frei bis Total Buy-Out - alles, was Sie über Musikrechte und Lizenzen für Ihre Videos wissen müssen

 

Sie möchten ein Video produzieren lassen – da darf natürlich die richtige Hintergrundmusik nicht fehlen! Doch wie ist das eigentlich mit den Musikrechten? Heißt GEMA-frei gleich wirklich frei einsetzbar? Was hat es mit Lizenzen auf sich? Und was ist eigentlich ein Total Buy-Out? Hier werden Ihre Fragen beantwortet.

Heißt GEMA-frei gleich lizenzfrei?

Egal ob Werbeclip, Erklärvideo, Produktvideo oder Imagefilm – der passende Soundtrack wertet jedes Video auf. Vielleicht haben Sie auch schon eine Musik im Ohr und fragen sich, ob Sie diese verwenden dürfen? Hier ist es zunächst mal wichtig zwischen GEMA-freier und nicht-GEMA-freier Musik zu unterscheiden (äquivalent (nicht-)SUISA-frei für die Schweiz und (nicht-)AKM-frei für Österreich). Sie können davon ausgehen, dass bekannte Musik, die Sie bereits als Ohrwurm im Kopf haben, unter die Kategorie „nicht-GEMA-frei“ fällt. Das bedeutet, dass die GEMA als Vertreterin der Musiker und Komponisten von Ihnen Geld für die Verwendung der Musiktitel verlangt und das kann für Videos durchaus hochpreisig sein. 

Die unkomplizierte Alternative ist daher, GEMA-freie Musik zu verwenden. Hierfür gibt es dutzende Anbieter mit einem breit gefächerten Repertoire, so dass tatsächlich aus jedem Genre und zu jeder Stimmung vielfältige Auswahl besteht. So ist es durchaus auch möglich etwas zu finden, das Ihrem „Ohrwurm“ ähnelt, ohne dass Sie sich in Unkosten stürzen. Doch Vorsicht: Tappen Sie nicht in die Falle, dass GEMA-frei automatisch bedeutet, dass Sie damit alle Rechte an der Musik haben und das Video somit unüberlegt überall einsetzen können. Denn auch GEMA-freie Musik unterliegt verschiedenen Lizenzierungen, die unterschiedlich teuer sind.

Nutzungsrechte, Urheberrechte und Buy-Out – was ist was?

Premiumbeat, Audiojungle, Jamendo, Soundtaxi - Der Markt von Anbietern GEMA-freier Musik ist riesig. Doch eines haben fast alle gemein: Sie locken mit günstigen Einstiegspreisen, die allerdings nur wenige Nutzungsrechte einräumen und verlieren sich dann in komplizierten Differenzierungen für welche Nutzung, man welche Zusatzlizenz braucht. In der Regel ist der ausschließliche Online-Einsatz am günstigsten, wobei einige Anbieter unterscheiden, ob es sich um redaktionellen oder um werblichen Content handelt. Kino oder der Einsatz am POS ist nochmal kostenintensiver und die Kür stellt sozusagen der TV-Spot dar. Doch auch hier werden wieder Einschränkungen gemacht hinsichtlich Länder und Zeitraum. 

Sich als Laie einen Überblick zu verschaffen, kostet viel Zeit und Nerven! Trotzdem sollte man hierbei nicht schludern. „Überschreitet ein Nutzer seine Nutzungsbefugnis, so werden die exklusiven Rechte des Anbieters verletzt. Er könnte damit u.a. die illegale Nutzung verbieten und Schadensersatz verlangen“, mahnt Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Marco Erler (Lausen Rechtsanwälte). 

Am besten überlässt man es daher dem Dienstleister, also der Video- oder Marketingagentur, die Ihr Video produziert, sich um die Musikrechte zu kümmern. So können Sie auf Nummer sicher gehen, dass die Lizenz zu dem passt, wo Sie das Video einsetzen möchten.

Einen so genannten Total Buy-Out wird allerdings auch der Dienstleister nicht für Sie arrangieren können. So ein Total Buy-Out, oder auch Royalty oder Residual wie es in UK und in den USA heißt, wäre natürlich der Traum eines jeden Marketers und suggeriert, dass man relativ leicht per Vertrag alle Rechte an einem Musiktitel erwerben könnte. Doch so einfach funktioniert das leider nicht. Denn ein Total Buyout würde bedeuten, dass jegliche Nutzungsrechte abgetreten werden würden. „Der Anbieter könnte dann die Musik nicht mehr an andere Nutzer lizenzieren und würde damit sein Geschäftsmodell gefährden.“, erläutert Rechtsanwalt Marco Erler. Daher werden wie oben beschrieben immer nur einzelne Nutzungsrechte verkauft, die unterschiedlichen Spielraum bieten.

Welche Lizenz passt nun zu meinem Video?

Das klingt vielleicht nun alles sehr kompliziert, doch meistens brauchen Sie für Ihre Videos gar nicht so tief in die Materie einsteigen. „Wichtig ist einfach, dass man sich am besten schon vor der Videoproduktion darüber klar wird, wie man das Video einsetzen möchte.“, erklärt Max Jörg, CEO von how2, Agentur für Video Content Marketing. „Bei uns läuft es so, dass wir diese Informationen vor Angebotserstellung vom Kunden abfragen, den Vertrag entsprechend aufsetzen und uns dann bei der Produktion um die richtigen Musiklizenzen kümmern.“ In der Regel kann man sich also darauf verlassen, dass ein kompetenter Dienstleister auch die passende Lizenz erwerben wird. 

Stellen Sie im Nachhinein fest, dass Sie das Video über diese Rechte hinaus verwenden möchten, kann der Dienstleister auch weitere Lizenzen zukaufen. Möchten Sie sich von Anfang an möglichst wenig Gedanken darüber machen, können Sie natürlich auch vorsorglich bereits auf das größtmögliche Nutzungsrechte-Package bestehen. „Es kann dann allerdings passieren, dass man  tausende Euro in den Wind schießt für Rechte, die man niemals benötigt. Ich brauche keine internationale Kinolizenz, wenn ich ausschließlich für Online Kanäle in der DACH-Region produziere“, meint Max Jörg. „Auf so etwas sollte man den Kunden natürlich auch proaktiv hinweisen.“

Gibt es also wirklich gar keine uneingeschränkte Total Buy-Out Option?

Gibt es – allerdings hat die natürlich ihren Preis. Denn die einzige Möglichkeit dies zu realisieren, ist, die Musik individuell für Sie komponieren zu lassen. In diesem Fall ist kein Drittanbieter für GEMA-freie Musik dazwischengeschaltet, so dass Sie oder Ihre Videoagentur die Rechte direkt mit dem Musiker aushandeln können. Da der Musiker natürlich Interesse daran hat, mit dem Musikstück für Sie ähnlich viel Geld zu verdienen, wie wenn er es einem Anbieter verkaufen würde, der es hundertfach verwendet, ist der Preis dementsprechend hoch.

Eine eigens für Sie komponierte Musik hat allerdings neben der uneingeschränkten Nutzung noch weitere Vorteile: Der Soundtrack kann direkt auf die Spannungskurve Ihres Videos hinkomponiert werden und seine Wirkung so optimal unterstützen. Individuelle Musik kann auch auf die auditive Wiedererkennung Ihrer Marke Einfluss nehmen und so Ihre CI unterstützen.

Bei einem einfachen Erklärvideo macht eine eigens komponierte Musik in der Regel wenig Sinn – planen Sie jedoch eine mehrteilige Videokampagne oder einen Werbespot, der viral gehen soll, lohnt es sich darüber nachzudenken. 

 

 

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